Szenen einer Ehe (1973)
Ein Kammerspiel. Wunderbare Schauspieler! Und wer einmal verheiratet war, der weiß, wie GUT das Skript ist. Gänsehaut als er sich verabschiedet, Grauen vor dem gespielten Glück, Wissen über das angespannte Verhältnis zu den Eltern, Freude über die Schlussszene und Wehmut über diese Gleichzeitigkeit der Illusion. Nach der Sennett-Parade ist kein Stein mehr auf dem anderen, weil wenn die Zweisamkeit, das Biotop der Ehe eine Konstruktion unserer Zeit ist, dann ist selbst die geäußerte Kritik von Bergman letztendlich eine Verherrlichung dieser Intimitäts-Konstruktion und der Lösungsansatz ist immer noch die Suche nach einem Phänomen, dessen Fund uns gänzlich unmöglich ist und sein wird. Als Post-Mann schwebt man ständig in der Zwischenwelt zwischen abgeklärtem Realismus (der einem viel Spaß ermöglicht) und stiller Sehnsucht nach der ruhigen Zweisamkeit, deren Hoffnung man ja schon erlebt hat. Wenn man von der Gesellschaft so geprägt worden ist, ist es schwer, ein alternatives Modell überhaupt zu entwickeln, weil man alle Lösungs-Ansätze INNERHALB des Modells denkt. Auch hier wird einem nur Pragmatismus weiterhelfen: Eine Lösung, eine stabile Basis gibt es einfach nicht.
Gesehen auf DVD. (Das Filmschnipsel ist trotz fremder Sprache absichtlich gewählt. Es ist eine Schlüsselszene!)