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Jean Baudrillard & Boris Groys
Die Illusion des Endes - Das Ende der Illusion
Teil 4 von 9
Körper wird fragmentiert - ewiges Monster - Mensch wird als Maschine begriffen - Maschine war Fetisch des Menschen - Jetzt wurde Ver-fremdung zur Ent-fremdung - Mensch wird von Maschine fetischisiert - “Mensch ist sexuelles Organ der Maschine.”
Come on! Come On Its the End of The World (via rekha_is_batman)
Endlich! #guteidee
Ich befürchte, dass die große Schwierigkeit der Kommunikation zwischen Ost und West vor allem in dem, scheinbar unüberwindbaren, Unterschied der entsprechenden Denkmodelle liegt. Besonders aufgefallen ist mir dies nun in der unterschiedlichen Auffassung der Beziehung vom Menschen zu der ihn umgebenden Natur. Europas Vorstellung (liegt es am Klima?) hat nicht umsonst in darwinistischer Evolutionslehre geendet: Der Mensch führt einen Kampf gegen die Natur und für das Überleben. Er sieht die Natur nicht als Paradies, sondern als Schauplatz von Verteilungskämpfen, Verdrängungswettbewerben und Härte. Ich denke, dass Religion, Philosophie und Politik sich in Europa auch deswegen so entsprechend entwickelt haben. Es gäbe keinen Sozialismus ohne Christentum, keinen Atheismus ohne Monotheismus, ohne Absolutismus hätte es auch keine Aufklärung gegeben. Alle europäischen Bewegungen und Ideen (Solidarität, Sozialstaatlichkeit, Humanismus, Kapitalismus) basieren auf der vernunftgemäßen Entscheidung, den Menschen gegen die Natur auszuspielen. Europas Potential an Barmherzigkeit basiert auf dem gemeinsamen Feind: Winter, Wind, Wasser, Kälte und Sonne.
Ganz im Gegenteil dazu sieht der Osten die Natur als Beispiel perfekter Harmonie und das Ziel der Menschheit darin, sich dieser Harmonie zu fügen, sich in ihr zu integrieren, sie - die natürliche Perfektion - auch auf die Gesellschaft zu übertragen. Das Individuum bekommt einen ganz anderen Charakter. Dieser Unterschied wirft einen ganz anderen Blick auf die Welt in der wir leben. Man könnte Europa z.B. übertriebene Reaktion vorwerfen, unser Mitleid mit jedem Weh-wehchen als unnötigen Ballast für den Blick auf das Ganze maßregeln. Im Gegenzug dazu liegt der Vorwurf des Westens an den Osten wohl im Erkennen eines gefühlskalten Pragmatismus und einem Unverständnis gegenüber der Hinnahme gegebener Zustände. Eine Idee wie der “Existentialismus” kann nur im Westen entstanden sein, aber auch nur im Osten wird man mit der Menge an Mensch fertig werden - dazu braucht es die Harmonie suchende Gelassenheit. Mir geht es um Transparenz, beide Modelle haben ihre in sich ruhende Wahrheit und keines der Modelle ist dem anderen unter- bzw. überlegen. Toleranz sollte jedoch nicht darin bestehen, ein Modell dem anderen anzugleichen, ich denke, dass ein Dialog der Positionen zu einem dritten, einem alternativen Modell führen könnte. Ein ineinander Aufgehen halte ich für nicht möglich und auch kontraproduktiv.
Der Ästhet führt täglich seinen Kampf gegen die Natur, den er letztendlich doch immer wieder verliert. Am Schlachtfeld entstehen Kunstwerke. Sie sind Mahnmale der Einsamkeit.